Unse Heemt
Unse Heemt und unse Sproche
Ju, unse Heemt und unse Sproche,
die hoann'ch su raajcht zusoammgefunn
und wie zwee gude, aale Jackn
uff Tud und Labm hibsch verbunn.
 
Mit Bargn und mit tichtchn Dähln,
su hucklch, bucklch, wie's do gitt,
su rumplt's o a unser Sproche,
doaß dar und jerr kee Wurt verstitt.
 
Mir quirln,
su soin moanchmol de Leute.
Ju die, die's abm ne su brengn.
Und wenn se's wirklch wulln versuchn,
do kännt's enn glei 'n Bauch zersprengn.
 
Wenn enner vu dar dichn Surte
a unsr Sproche woaas derrzahlt,
do merkt's ees glei, doaß ba dan dichn
is Radl a dr Gurgl fahlt.
 
(Herbert Andert, Ebersbach)
Feierobd
"Fer heute reecht's,
ich hoa menn Ziel",
denkt Gustav, lahnt'n Schaflstiel
behutsn a de Schuppmwand,
nimmt's Tobakpfeifl a de Hand
und setzt'ch uffs Haustierbänkl nu.
Ar macht de Oogn sachte zu,
'n Kupp lahnt'r a'n Tierstook droaa
und sitt'ch de Walt
vu inwendch oaa.                          
Dr Himml hoot'ch rut ieberzoin,
de Oamstl is zun Naast gefloin
und langstn maacht de Sunne rei.
A Tag gitt wieder nu verbei.
De Glockn lautn:
baum - baum - baum.
Und ieber Nubbersch Gaartlzaum
rufft noa a Weibsn: "Gunn Nacht!"
Derno wird anne Tiere zugemacht,
und stille wird's nu haußnrim.
 
Dr Gustav härmt'ch im oalls nischt drim.
's is su, oas tät a goar nischt hiern.
Mir wulln dan Aaln oack ne stihrn.
Ar feiert woaas, woaas moancher lobt -
und ne mih kennt:        F e i e r o b d.
 
(Herbert Andert, Ebersbach)
A Häusl muss a Gaartl hoann

A Häusl muß a Gaartl hoann,
a Gaartl und ann Zaum.
A Häusl, woaas kee Gaartl hoot,
doas sällt ees goar ne baun.

Wenn'ch wu amol a Häusl sah,
und 's ist kee Gaartl drim,
do gih'ch verächtlch droaa verbei
und sah miech ne mih im.

A Häusl, woaas kee Gaartl hoot,
und wär'sch o noa su schien',
sitt aus wie a Zigeinerwoin,
oas wällt's uff Reesn gihn.
Nee lußt's oack sein,
nee, baut oack ne,
wenn's ne zun Gaartl langt.
A Häusl, woaas kee Gaartl hoot,
mächt'ch ne amol geschankt.

Doas heeßt,
ihb'ch miech derschissn ließ,
und weil'ch noa goar kees hoa.
tät'ch mer'sch - koann seinn -
noa ieberlähn
und nähm's amende oaa.


Denn wenn ees su a Häusl krigt,
do brauch ees kees zu baun.
A Gaartl, doas is baal' gemacht,
a Gaartl und a Zaum.
Und hinne muß a Rusnstook
und missn Blieml stihn.
A Häusl und a Gaartl drim -
ihr Leut, is goar zu schien'!


(Paul Reime, Zittau)